Usbekistan - entlang der Seidenstrasse

Die moderne Karawane fliegt. Sie hinterlässt ihre Spuren nicht im Wüstensand, sondern als Kondensstreifen hoch oben am dunklen Himmel. Nachtflug München – Taschkent. An Schlaf ist nicht zu denken: zu unbequem das Sitzen, zu häufig die Unterbrechungen. Die Zeitdiebe stehlen uns drei Stunden. Drei Uhr früh Ortszeit. Lichterketten am Boden – Städte umrahmen das Kaspische Meer. Zollerklärung – bitte doppelt ausfüllen. Wie viel Geld haben Sie bei sich? Führen Sie Waffen mit? Radioaktives Material? Welche Wertsachen? Landeanflug auf Taschkent. Es beginnt zu dämmern. Zwei endlose Stunden Schlange stehen. Das Hotel – riesengroß, fast leer. Unsere Reisegruppe besteht aus 22 Leuten, ein bunter Haufen von Weltenbummlern. Wären da nicht unsere Kinder, würde das Durchschnittsalter wohl bei 60 Jahren liegen. Die Stadt Taschkent: breite Straßen, die Bäume haben weiße Füße, riesige Parks, Springbrunnen wohin das Auge blickt. Hochhäuser in allen Stilrichtungen, abenteuerliche Fassaden. Die ersten türkis-blauen Kuppeln wetteifern mit dem Himmel.

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Dann weiter zum Flughafen, Flug nach Urgench. Wellensittiche dürfen auch mit. 15 Minuten einnicken, das ist alles an Schlaf seit 36 Stunden. Faszinierend der Übergang zwischen Wüste und Grünland. Spielzeughäuser nebeneinander aufgereiht, schnurgerade die Bewässerungskanäle und Straßen. Langsam und gemächlich sinken wir mit den letzten Sonnenstrahlen nach Urgench. Dort dürfen wir aus dem Flugzeug gleich hinaus auf den Parkplatz, die Koffer werden vom Traktor-Anhänger zu uns heruntergehoben. Die Sonne geht golden unter, ein lauer Wind stimmt auf den Abend ein. Jetzt fühle ich mich wirklich angekommen in einem Märchen.

Chiwa – das sind Farben und Formen. Das Sandbraun der Wüste bestimmt die Häuser und Straßen der Stadt. Und dazwischen spiegeln die Kuppeln, Fassaden und Minarette das Blau und Türkis des Himmels und das Grün der Oase wider.

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"So, liebe Gäste …" beginnt unsere liebenswürdige und umsichtige Reiseleiterin Sika immer ihre Erklärungen. Und zu erzählen hat sie außerordentlich viel, nicht nur Jahreszahlen und Namen aus den Geschichtsbüchern, sondern auch viele Geschichten aus dem alten und neuen Usbekistan.

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Die schönsten Bauwerke sind die beiden Paläste Toshxauli und Ko'xna Ark, die Juma Moschee und das Pahlavon Maxmud Mausoleum. In den Palästen verwinkelte Innenhöfe, einer schöner als der andere. Das Auge mag sich nicht satt sehen an den unzähligen Mustern, man kann sich kaum davon lösen.

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Rund 2000 Menschen leben in der Altstadt und sobald die ersten Touristen erscheinen, werden die Souvenirstände aufgebaut. Keine Medrese, kein Museum, nicht einmal Moscheen bleiben davon verschont. Doch die Verkäuferinnen bleiben immer freundlich, auch wenn man nicht überall etwas kaufen kann. Dieses bunte Treiben inmitten des Freitlichtmuseums hat eine eigenartige Atmosphäre und der Tourist wird nicht wie oft andernorts als störend empfunden, sondern ist zugleich Objekt neugieriger Blicke und wird umgekehrt auch von Einheimischen fotografiert.

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Unterwegs nach Buchara. In meinem Kopf singen die Talking Heads "On the road to nowhere". Die Karawanen brauchten früher 2 – 3 Jahre, um Seide und andere Kostbarkeiten von China bis ans Mittelmeer zu bringen. Mit dem Bus geht es erheblich schneller, auch wenn die Straße zum Teil nur aus Schlaglöchern zu bestehen scheint. Stundenlang bietet sich das gleiche Bild: der wellige Wüstenboden gesprenkelt mit verdorrten oder grünen Büschen, schwarze Strohbüschel sind die ständigen Begleiter, sie markieren die darunter liegende Hochspannungsleitung. Aufgelockert wird das ganze durch einsam gelegene Häuser, Tankstellen, uralte Fahrzeuge, Autoreifen und zahllose Flaschen am Straßenrand. Bis auf diese Artefakte moderner Zivilisation kann sich den Karawanen kein anderes Bild geboten haben.

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Zu Mittag ein Picknick in einem einsam stehenden Gasthaus. Einfach und idyllisch. Bierflaschenfriedhof, Ziegen und zwei kleine Mädchen. Als Dankeschön fürs Fotografieren bekomme ich einen Kuss auf die Wange. In Buchara Abendessen auf einer Dachterrasse mit Sonnenuntergang über den Kuppeln und Minaretten.

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