Marokko Königsstädte


Gott, Heimat, König – so leuchtet die Schrift nachts über dem Strand von Agadir. Der König, Mohammed VI, ist sehr beliebt bei seinem Volk, was offensichtlich wird durch die Vielzahl der nicht nur offiziellen Porträts, denen man auf Schritt und Tritt begegnet.

Agadir Marokko König
Marokko König Marokko König

Die erste Königsstadt auf unserer Rundreise war Marrakesch, eine Stadt, die den Zauber des alten Maghreb mit französischer Eleganz verbindet. Auf Straßenbezeichnungen und Werbeplakaten findet man Arabisch und Französisch in trauter Eintracht neben einander. Nach einem kurzen Abstecher in den Menara-Garten begann die Besichtigung mit der Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jahrhundert. Durch das Bab Agnaou (eines von 20 Zugangstoren in der Stadtmauer) gelangten wir danach in die Altstadt von Marrakesch.

Marrakesch Marrakesch Koutoubia Moschee Bab Agnaou
Marokko König Menara Garten Marrakesch Koutoubia Moschee Bab Agnaou

In den Saadiergräbern aus dem 16. Jahrhundert wurden die Herrscher der saaditischen Dynastie beigesetzt. Sie sind von einer hohen Mauer umgeben und wurden erst 1917 wieder entdeckt. Hier erhält man einen ersten Eindruck der wunderbaren marokkanischen Bauelemente: Mosaike, Stuck und feinst bearbeitetes Zedernholz.

Saadier Gräber Saadier Gräber
Saadier Gräber Saadier Gräber

Wesentlich jünger ist der Palais el Bahia. Er stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und wurde – wie es heißt – von einem Wesir, seinen vier Ehefrauen und 24 Konkubinen bewohnt. Platz genug hatten sie hier sicher alle und schön ist er heute noch.

Palais el Bahia Palais el Bahia Palais el Bahia
Palais el Bahia Palais el Bahia Palais el Bahia

In den Gassen der Souks kommt dann das Gefühl auf, in eine andere Welt gelangt zu sein. Schade, dass der Reiseleiter uns nur wenig Zeit lässt, die vielfachen Eindrücke wirklich aufzunehmen und zu genießen.

Marrakesch Souks Marrakesch Souks Marrakesch Souks Marrakesch Souks Marrakesch Souks Marrakesch Souks
Marrakesch Souks Marrakesch Souks Marrakesch Souks Marrakesch Souks Marrakesch Souks Marrakesch Souks

So gelangen wir schließlich zum berühmtesten Platz ganz Marokkos, dem Djemaa el-Fna, dem Platz der Geköpften, von der UNESCO als "immaterielles Erbe der Menschheit" anerkannt.

Marrakesch Djemaa el-Fna Marrakesch Djemaa el-Fna
Marrakesch Djemaa el-Fna Marrakesch Djemaa el-Fna

Meine Gefühle hier waren gemischter Art: der beste und billigste frisch gepresste Orangensaft meines Lebens (0,30 €), freundliche und herzliche Verkäufer an den einladenden Essensständen, daneben die unverschämten Preise (20 €), die man jeweils fürs Fotografieren der Musiker, Wasserträger und sonstigen Artisten bezahlen soll. Auf alle Fälle hinterlässt der Platz einen bleibenden Eindruck – und zum Fotografieren begibt man sich am besten auf die Dachterrasse eines der vielen Cafés und genießt nebenbei einen Pfefferminztee.

Marrakesch Djemaa el-Fna Marrakesch Djemaa el-Fna Marrakesch Djemaa el-Fna Marrakesch Djemaa el-Fna
Marrakesch Djemaa el-Fna Marrakesch Djemaa el-Fna Marrakesch Djemaa el-Fna Marrakesch Djemaa el-Fna

Dann eine endlos scheinende Fahrt nach Norden, durch fantastische Landschaften, an einsamen Siedlungen vorbei. Irgendwo im Niemandsland ein Restaurant, das sowohl optisch als auch kulinarisch ein Höhepunkt des Tages ist. Dazwischen nur ein kurzer Stopp bei einem einheimischen Markt – fotografiert wird aus dem Bus, auch beim Fahren.

Mittlerer Atlas Mittlerer Atlas Mittlerer Atlas Mittlerer Atlas Mittlerer Atlas
Mittlerer Atlas Mittlerer Atlas Mittlerer Atlas Mittlerer Atlas Mittlerer Atlas

Am nächsten Tag stehen zuerst die Römer auf dem Programm, Volubilis, na ja, muss halt auch sein.

Volubilis Volubilis
Volubilis Volubilis

Dann Moulay-Idriss, malerisch zwischen Hügeln gelegen. Hier befindet sich die Grabstätte des gleichnamigen Begründers der ersten arabischen Herrscherdynastie in Marokko und ist damit der heiligste Ort Marokkos. Bis 1917 durften Nicht-Muslime die Stadt nicht betreten, heute kann man bis vor einen Schranken im Innenhof der Grabstätte gelangen. Abgesehen vom Heiligtum bietet die Stadt einen lebhaften Einblick in das einheimische Marktgeschehen.

Moulay Idriss Moulay Idriss Moulay Idriss Moulay Idriss Moulay Idriss
Moulay Idriss Moulay Idriss Moulay Idriss Moulay Idriss Moulay Idriss

Die zweite Königsstadt auf unserer Reise ist Meknes. Sie bietet als Hauptattraktionen das Bab el-Mansour und die Grabstätte des Herrschers Moulay Ismail. Dieser eiferte im 18. Jahrhundert dem französischen Sonnenkönig nach, von seinem riesigen Palast ist heute noch sein Mausoleum zu besichtigen. Durch zahlreiche Höfe mit den typischen Torbögen gelangt man in einen bezaubernden, überdachten Innenhof.

Meknes Meknes Bab el-Mansour Grab Moulay Ismail Grab Moulay Ismail Grab Moulay Ismail
Meknes Meknes Bab el-Mansour Grab Moulay Ismail Grab Moulay Ismail Grab Moulay Ismail

Dritte und älteste Königsstadt ist Fès. Auch sie hinterließ bei mir einen zwiespältigen Eindruck: wunderbar die Bauwerke, eng und bedrückend die Gassen, die Armut kaum zu übersehen.

Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina
Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina Fes Medina


Besonders sehenswert ist die Eingangsfront zum Königspalast und die Medersa el-Attarine, eine ehemalige Koranschule die im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Als man dem Bauherrn die horrende Rechnung brachte, zerriss er sie mit den Worten "Schönheit kann man nicht bezahlen".

Fes Königspalast Fes Königspalast Fes Königspalast Medersa el-Attarine Medersa el-Attarine Medersa el-Attarine Medersa el-Attarine


Fes Königspalast
Fes Königspalast
Fes Königspalast
Medersa el-Attarine
Medersa el-Attarine
Medersa el-Attarine
Medersa el-Attarine

Faszinierend der Besuch einer Töpferei, in der nicht nur wunderbar bemalte Gefäße hergestellt werden, sondern auch die bei uns so beliebten Mosaik-Tische. Wer den Leuten hier bei ihrer Arbeit zusieht, weiß um den Wert so eines Tisches. Ebenfalls zum Pflichtprogramm gehören die Gerbereien von Fes.

Fes Gerberei Fes Gerberei Fes Fes Töpferei Fes Töpferei Fes Töpferei
Fes Gerberei Fes Gerberei Fes Fes Töpferei Fes Töpferei Fes Töpferei

Als letzte Königsstadt stand Rabat auf dem Programm, die weiße Stadt. Auch hier ein – diesmal moderner – Königspalast, das Grabmal König Mohammed V, der Hassan-Turm aus dem 12. Jahrhundert, umgeben von seinen arbeitslosen Säulen und das "Andalusische Viertel", das mich eher an Griechenland erinnerte.

Rabat Königspalast Rabat Mausoleum Rabat Hassan Turm Rabat Andalusisches Viertel Rabat Andalusisches Viertel
Rabat Königspalast Rabat Mausoleum Rabat Hassan Turm Rabat Andalusisches Viertel Rabat Andalusisches Viertel

Nach einem Zwischenstopp in Casablanca, das so gar keinen Reiz hat, durften wir noch einmal ein paar Stunden in Marrakesch verbringen, der für mich definitiv schönsten der Königsstädte.

Casablanca Moschee Marrakesch
Casablanca Moschee Marrakesch